Sustainable Finance Beirat

Sustainable Finance Beirat fordert einheitliche ESG-Berichte

Der Sustainable Finance Beirat der Bundesregierung spricht sich für global einheitliche Nachhaltigkeitsberichte aus und appeliert an Standardsetzer, die Bedürfnisse von KMU und Start-ups besser zu berücksichtigen.

In einem Offenen Brief betonte der Beirat Ende Oktober die Bedeutung einer ehrgeizigen europäischen und internationalen Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die Beiratsmitglieder sprechen darin klare Empfehlungen für Standardsetzer aus.

„Robuste, prüfbare und vergleichbare Nachhaltigkeitsinformationen bilden die Basis für einen aktiven und effektiven Umgang des Finanzsektors mit Nachhaltigkeitsthemen wie etwa Klimawandel, Biodiversitätsverlust und sozialen Herausforderungen“, heißt es in dem auf der Website veröffentlichten Dokument. Relevante Nachhaltigkeitsberichterstattung müsse dabei dem Prinzip der doppelten Wesentlichkeit entsprechen, damit die Auswirkungen unternehmerischer Tätigkeiten auf die natürlichen Lebensgrundlagen und alle Stakeholder erfasst und kommuniziert werden.

Der Sustainable Finance Beirat unterstützt die aktuelle Standardentwicklung auf europäischer (EFRAG) und globaler Ebene (ISSB und GRI) und wirbt im Sinne einer effektiven und konsistenten Wirkung für deren enge Abstimmung und Harmonisierung. Dazu ergänzt Christian Heller, Co-Vorsitzender des Sustainable Finance-Beirat: „Die doppelte Materialität, wie von der EU eingeführt, ist Voraussetzung für eine umfassende Perspektive auf unternehmerisches Handeln. Sie ist auch auf internationaler Ebene abzubilden – idealerweise in einem einheitlichen Set von Standards aus der Hand von ISSB und GRI. Hierfür sollten beide perspektivisch auch eine organisatorische Konsolidierung in Betracht zu ziehen.“

Hierfür fordert der Beirat eine vollständige Widerspruchsfreiheit zwischen internationalen und EU-Standards. Verschiedene Standardsetzer werden aufgefordert, ihre Standards gegenseitig anzuerkennen und in Einklang zu bringen, um möglichst einheitliche, ambitionierte und qualitativ hochwertige Berichterstattungsstandards zu erschaffen. Auch die Bundesregierung wird dazu aufgerufen, sich für eine Harmonisierung und Angleichung von Nachhaltigkeitsstandards einzusetzen.

Silke Stremlau

Silke Stremlau

Bedürfnisse von Start-ups mehr berücksichtigen

Dazu erklärt Silke Stremlau (Foto rechts), Vorsitzende des Sustainable Finance-Beirates: „Die Global Baseline muss wissenschaftlich fundiert und ambitioniert sein. Sie stellt das international erreichbare Minimum dar – Jurisdiktionen wie die EU sind aufgerufen, aufbauend auf der Global Baseline weitere Transparenzanforderungen zu stellen. Dies geschieht bei EFRAG, was der Beirat eindeutig unterstützt.“

Der Beirat fordert außerdem im Sinne der Verhältnismäßigkeit, dass die Realitäten von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie von Start-ups in der Standardsetzung berücksichtigt werden, da sie als Teil globaler Wertschöpfungsketten auch indirekt von Regulierungen und Berichterstattung betroffen sind.

Der deutsche Sustainable Finance Beirat berät die Bundesregierung zu Nachhaltigkeitsaspekten im Finanzsystem. Bestehend aus 34 Expertinnen und Experten aus Finanz- und Realwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft und unterstützt von 19 Beobachterinnen und Beobachtern agiert er dabei unabhängig. Er unterstützt die Bundesregierung bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der deutschen Sustainable Finance Strategie und berät relevante Akteure hinsichtlich ihrer Positionierung zu sowieder Umsetzung und Weiterentwicklung von Vorgaben im Bereich Sustainable Finance.

Autor