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Kreditvergabe: Studie zeigt Rolle von ESG-Daten im Bankensektor

Wie nutzen Banken Nachhaltigkeitsdaten, sogenannte ESG-Daten, bei der Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen (KMU)? Dieser Frage sind die Frankfurt School of Finance & Management, openESG und die PPA Gruppe in einer repräsentativen Studie nachgegangen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Nachhaltigkeitsdaten, auch bekannt als ESG-Daten, sind kein Nice-to-have mehr, sondern ein Must-have für Banken und Unternehmen.

ESG-Daten als einflussreicher Faktor bei Kreditvergabeprozessen

Die Studie zeigt, dass ESG-Daten sowohl für die Nachhaltigkeitsstrategie als auch für das Risikomanagement von Banken immer wichtiger werden. Environmental, Social und Governance (ESG) Daten werden genutzt, um ESG-Risiken durch die Finanzierungstätigkeit der Bank und die ESG-Wirkungen der Bank auf Gesellschaft und Natur zu messen. Mehr als 80 Prozent der befragten Banken geben an, dass ESG-Faktoren bereits heute ihre Kreditvergabepraktiken beeinflussen, unabhängig von der Größe der Unternehmen.

Die Ergebnisse zeigen deutlich auf, dass es nicht allein die Großunternehmen sind, die sich den ESG-Datenanforderungen gegenübersehen. Auffällig ist, dass dies explizit auch KMU betrifft, die gemäß geltenden Regularien nicht von der Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (der sogenannten CSRD-Richtlinie) erfasst sind. Fast jedes vierte Institut gibt an, dass ESG-Risiken bereits Auswirkungen auf ihre Kreditvergabepraxis an KMU haben, wovon mehr als die Hälfte (54 %) auf potenzielles Geschäft verzichtet hat. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass individuelle ESG-Daten von Unternehmen jeder Größe zunehmend zu einer Voraussetzung für zukünftige Kreditvergaben werden.

Die Herausforderungen bei der Beschaffung von ESG-Daten

Die Studie untersucht auch die Herausforderungen, denen sich Banken bei der Berücksichtigung von ESG-Faktoren gegenübersehen. Besonders die Verfügbarkeit und Qualität sowie die Vergleichbarkeit der erforderlichen ESG-Daten stellen die Institute vor Probleme. Folgerichtig geben die Befragten Banken an, dass sie die Verantwortung für die Daten bei den Kunden sehen: Mehr als 94 Prozent geben an, dass sie die Bereitstellung der ESG-Daten durch ihre Kunden erwarten. Damit wird ein entsprechendes Engagement seitens der kreditsuchenden Unternehmen unerlässlich. Das ist jedoch keine leichte Aufgabe für den Mittelstand, der selten über ausreichende Ressourcen und regulatorische Fachkenntnisse zur Bearbeitung der komplexen Datenerfordernisse verfügt.

Banken haben die Chance, zum Enabler der Transformation zu werden

Die Europäische Union quantifiziert in ihrer Folgenabschätzung zur CSRD-Richtlinie den durchschnittlichen Mehraufwand für die vollständige Erfüllung der Berichterstattungsanforderungen auf EUR 106.000 pro Jahr und Unternehmen. Obwohl die neuen regulatorischen Anforderungen damit erhebliche Zusatzkosten verursachen, eröffnen sich durch die Berücksichtigung von ESG-Daten auch Chancen. Die Banken nehmen durch die regulatorischen Vorgaben zwangsweise eine entscheidende Rolle als Treiber der Transformation der Wirtschaft ein. Finanzwelt und Unternehmen müssen sich auf diese Veränderungen einstellen, um die langfristige Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft zu gewährleisten.

Für weitere Informationen und den Zugang zur vollständigen Studie wenden Sie sich bitte an die Frankfurt School of Finance & Management, die PPA Gruppe oder openESG.

 

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