Nachhaltige Investment-Trends 2023: Zwei Branchen im Fokus

Die Rendite bleibt zentral. Doch darüber hinaus verbinden immer mehr Menschen mit ihrer Geldanlage und Altersvorsorge einen zusätzlichen Anspruch: Das Ersparte soll einen Beitrag leisten für eine bessere Zukunft. Nachhaltiges Investieren ist längst kein Nischenthema mehr: Mit einem Plus von 230 Prozent schoss das Volumen in nachhaltigen Anlagen zwischen 2020 und 2021 nach oben. Weitere Statistiken verraten laut der Versicherungsgruppe die Bayerische, dass zwei Sektoren in diesem Jahr besonders gefragt sein könnten.

Klimaschutz

Auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft sei der Klimaschutz elementar – darüber herrsche weitgehend Konsens. Doch Menschen schreiben verschiedenen Sektoren eine unterschiedliche Bedeutung im Kampf gegen den Klimawandel zu. Laut Daten von Statista haben die Deutschen eine klare Meinung darüber, welcher Politikbereich im Umwelt- und Klimaschutz am meisten Bedeutung hat: 70 Prozent der Befragten nannten den Energiesektor als Top-Priorität. Dieses Ergebnis diene als aussagekräftiger Indikator darüber, in welche Branchen Menschen am ehesten nachhaltig investieren. „Die jedes Jahr sichtbarer werdenden Folgen des Klimawandels und die durch den russischen Angriffskrieg plötzlich greifbare Abhängigkeit von fossilem Gas führen zu einem massiven Umdenken. Selbst bei den Menschen, die vor einiger Zeit noch Befürworter eines energiepolitischen Weiter-so waren“, kommentiert Daniel Regensburger, Geschäftsführer der nachhaltigen Zukunftsvorsorge-Marke Pangaea Life, die Zahlen. „Aufgabe des Finanzmarktes ist es, Menschen in ihrer Geldanlage Wege zu eröffnen, über die sie rentabel am Wandel der europäischen Energieversorgung hin zu mehr erneuerbaren Energien partizipieren können.“

Während die Mobilität unter Klimaschutzsaspekten sehr stark im Fokus der Öffentlichkeit steht, fliege eine bestimmte Branche meist unterhalb des öffentlichen Radars: der Gebäudesektor. Dabei stößt die Gebäude- und Bauwirtschaft laut einem Bericht der UN heute knapp 40 Prozent des globalen CO2 aus. Somit liege eine Einsicht auf der Hand: Möchten wir das 1,5-Grad-Ziel erreichen, führe an einer massiven Transformation der Gebäudewirtschaft in Richtung Energieeffizienz kein Weg vorbei. Das Umdenken in Politik und Wirtschaft schlage sich deshalb bereits in konkreten Zahlen nieder: Jedes Jahr fließen größere Summen in den Bau besonders energieeffizienter Immobilien. Laut Daten von Statista wird sich das globale Marktvolumen bei energieeffizienten Gebäuden bis zum Ende dieses Jahrzehnts fast verdreifachen – von 216 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 611 Milliarden Euro im Jahr 2030.

ESG-Immobilien

„Wir stehen noch am Anfang eines enormen Wachstumszyklus im Bereich der ESG-Immobilien“, so Regensburger. „Schon heute stellt der Immobiliensektor die Weichen, dass energieeffiziente Gebäude, idealerweise mit zusätzlichen sozialpositiven Merkmalen ausgestattet, eine deutlich positivere Wertentwicklung erzielen als herkömmliche Immobilien.“ Besonders Städte werden von diesem Wandel betroffen sein: Im Rahmen der EU-Mission „EU Cities Mission“ für klimaneutrale und intelligente Städte haben sich allein in Deutschland neun Großstädte dazu bekannt, schon bis zum Jahr 2030 Klimaneutralität anzustreben – darunter München, Frankfurt am Main und Leipzig. Die im Zuge der Energiekrise stark gestiegenen Heiz- und Energiekosten kurbeln den Run auf Wohnimmobilien mit hoher Energieeffizienz weiter an.