Vorstände bereit für ESG-Vorschriften?

Die kommenden Umwelt-, Sozial- und Governance-Vorschriften (ESG) der Europäischen Union sollten einigen börsennotierten Unternehmen ernsthafte Sorgen bereiten, so Diligent, Anbieter bei Corporate Governance-Plattformen. Zumindest legt dies eine neuere Studie nahe, nach der 64 Prozent der Vermögensverwalter in Europa beunruhigt sind über den Mangel an Unternehmensdaten und Transparenz im Bereich ESG. Unternehmen ohne angemessene Berichtssysteme werden zeitnah digitale Lösungen suchen müssen.

Zu den zahlreichen neuen Rechtsvorschriften der Europäischen Union zählt unter anderem die Offenlegungsverordnung (SFDR, Sustainable Financial Disclosure Regulation), die das Nachhaltigkeitsprofil von Fonds vergleichbarer und verständlicher machen soll. Infolge der Taxonomie-Verordnung der EU aus dem Jahr 2020 wird am 6. April 2022 zudem eine Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) ihre Arbeit aufnehmen, um die Berichterstattung über klimabezogene Finanzrisiken zu verbessern.

Peter Herr, Director Sales DACH bei Diligent: „Aktionäre, Aufsichtsbehörden und Investoren haben ein wachsames Auge auf das Themenfeld ESG, mehr als je zuvor. Trotz dieser erhöhten Aufmerksamkeit berichten Unternehmen weiterhin manuell, was anfällig für Datenlücken und Fehler ist. Unternehmen haben oft Schwierigkeiten, mit der sich entwickelnden Gesetzgebung Schritt zu halten und riskieren bei Nichteinhaltung erhebliche Geldstrafen.“

Herr weiter: „Unternehmen müssen bereit sein, den Anlegern zu zeigen, wie sie ESG im Rahmen langfristiger Pläne zur Wertschöpfung durch digitale Transformation priorisieren. Es ist wichtig, dass die Führungsteams Benchmarks setzen und Schlüsseldaten nutzen, um eine effektive Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Organisationen mit großen Datenmengen, die eine digitale ESG-Lösung nutzen, werden effizienter arbeiten und in der Lage sein, künftige Trends vorherzusagen sowie ein konsistentes und vertrauenswürdiges Berichtssystem zu haben.“

Der Europäische Green Deal, mit dem Europa bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden soll, zielt darauf ab, nachhaltige Investitionen in ganz Europa zu fördern. Experten gehen davon aus, dass die neue Gesetzgebung dazu führen wird, dass nachhaltige Projekte bis 2025 die Hälfte aller Investmentfonds ausmachen werden.