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Verfügbarkeit von ESG-Daten: Enorme Relevanz für Regulatorik

Europa soll bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden, und die Finanzbranche ist ein wesentlicher Akteur bei der Transformation der Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit. Zunehmende regulatorische Verpflichtungen stellen dabei Banken sowie Unternehmen vor neue Herausforderungen. Die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) hat deshalb unter Einbeziehung österreichischer Kreditinstitute eine zentrale, strukturierte Online-Plattform entwickelt, die einen effizienten und transparenten Austausch von ESG- (Environment, Social and Governance – zu Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) Daten ermöglicht.Um die Klima- und Energieziele der EU zu erreichen, müssen Investitionen in nachhaltige Projekte und Aktivitäten gelenkt werden. Ein vielfältiges und stetig zunehmendes Regelwerk bildet dabei den Rahmen. So sind Banken durch regulatorische Anforderungen beispielsweise dazu verpflichtet, bei der Kreditvergabe die ESG-Kriterien der Unternehmen zu evaluieren. Und Unternehmen sind ebenfalls zunehmend gefordert, einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten und diesen auch offenzulegen. Eine entsprechende EU-Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen wird stufenweise eingeführt und soll ab 2026 letztlich auch für börsennotierte KMU gelten. Die Verfügbarkeit von verlässlichen ESG-Daten ist von enormer Relevanz, um diese zunehmenden regulatorischen Verpflichtungen zu erfüllen und gleichzeitig auch die großen Chancen der Transformationsprozesse gezielt nutzen zu können.

Nachhaltiges Handeln effizient und transparent offenlegen

Da aktuell noch kein einheitlicher Standard existiert, stellt ein effizienter Austausch von verlässlichen ESG-Daten Banken sowie auch Unternehmen vor zunehmende Herausforderungen. „Wir haben daher mit dem OeKB > ESG Data Hub eine zentrale Online-Plattform entwickelt, die maximale Effizienz und minimale Bürokratie bietet. Zentrales Feature ist ein allgemeiner ESG-Fragebogen, den wir gemeinsam mit österreichischen Kreditinstituten erarbeitet haben. Dieser koordinierte Zugang ist ganz zentral und war ein häufig geäußerter Wunsch von Unternehmenskunden. Durch die besondere Stellung am heimischen Bankensektor kann die OeKB als neutrale Dienstleisterin damit eine weitere wichtige Rolle für die österreichische Wirtschaft einnehmen und damit zur so wichtigen Transformation in Richtung Nachhaltigkeit beitragen“, erläutert Helmut Bernkopf, Initiator der Online-Plattform und im OeKB-Vorstand für den Bereich Export Services zuständig.

Lösung für KMU und Großunternehmen

Basierend auf den wichtigsten geltenden Standards und Vorschriften wurden ein ESG-Unternehmensfragebogen und sechs ESG-sektorspezifische Fragebögen erarbeitet. Beide Abschnitte unterscheiden sich im Umfang für Großunternehmen und KMU und nehmen Rücksicht auf die spezifischen Anforderungen und Bedürfnisse. Unternehmen können den OeKB > ESG Data Hub kostenlos nutzen und nach dem Ausfüllen der Fragebögen entscheiden, welche Banken auf ihre ESG-Daten zugreifen dürfen, um beispielsweise die Bearbeitung von Kreditanträgen zu beschleunigen. Banken erhalten über die Online-Plattform strukturierte, standardisierte und harmonisierte ESG-Daten, die über eine API-Schnittstelle in ihre Systeme importiert werden können. Diese Daten können beispielsweise für das interne Risikomanagement genutzt und bei Bedarf ebenfalls weiterverarbeitet werden. Damit fallen hohe Entwicklungs- und Instandhaltungskosten für eine eigenständige Lösung weg.

Um auf die fortlaufenden Veränderungen im Bereich ESG und der zugrundeliegenden Regulatorik reagieren zu können, kann der OeKB > ESG Data Hub modulhaft weiterentwickelt werden. Die OeKB verfolgt dabei weiterhin einen partizipativen Ansatz mit der Einbeziehung von Kundenfeedback sowie Arbeits- und Steuerungsgruppen.

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