Herausforderung: Invest & Nachhaltigkeit in Schwellenländern

Der Start für die Aktienmärkte in den Schwellenländern ins Jahr 2023 verlief überwiegend positiv. Dennoch bleibt das Umfeld insgesamt schwierig, da in den meisten Regionen die Wachstumsdynamik, nicht zuletzt als Folge der schwächelnden Weltwirtschaft, nachlassen dürfte, schreibt Philipp Mettler, Manager des „Swisscanto (LU) Equity Fund Sustainable Emerging Markets“ beim Fondsdienstleister Swisscanto, in einem aktuellen Marktkommentar.

Wann der Zinshöhepunkt überschritten wird, hänge laut Mettler von der Entwicklung der Inflation, respektive vielfach der Rohstoffpreise (zum Beispiel in Indien), aber auch der Haushaltbudgetdisziplin (etwa in Brasilien) ab. Dazu kämen politische Unwägbarkeiten, unter anderem in Lateinamerika, die ebenfalls wenig förderlich sind. Auch China spielt als größtes „Schwellenland“ eine wichtige Rolle für Investments in den Emerging Markets.

Bessere Möglichkeiten in China

Die chinesische Wirtschaft habe den Regimewechsel zum Jahresende besser überstanden, als erwartet. Die rasante Virusausbreitung führte zu einem sprunghaften Anstieg der Nahrungsmittel- und Medikamentenverkäufe. Auch wenn die Verluste in der Industrie deutlich geringer ausfielen als ursprünglich gedacht wuchs die Wirtschaft 2022 nur um 3,0 Prozent und verfehlte damit das Regierungsziel von rund 5,5 Prozent.

Konjunkturindikatoren deuten darauf hin, dass die Bevölkerung wieder mobiler geworden ist. Ansteckungsängste und Arbeitsausfälle reduzieren sich mit steigender Genesungsrate, weshalb die konsumkonzentrierte Erholung im ersten Quartal früher eingesetzt haben dürfte. „Aufgrund dieser Vorzieheffekte haben wir unsere Prognose für das erste Quartal leicht erhöht, die weitere Beschleunigung im zweiten Quartal hingegen etwas reduziert. Insgesamt steigt damit die Wachstumsprognose für 2023 auf 5,4 Prozent. Das Aufholpotenzial im kontaktnahen Dienstleistungssektor ist nach knapp drei Jahren rigoroser Virusbekämpfung denn auch groß und die rekordtiefe Konsumentenstimmung wird sich mit dem Abebben der Viruswelle bald deutlich aufhellen“, sagt Mettler.

Aufgrund zusehends steigender Wertschöpfung und einer wachsenden Mittelschicht dürfte das Wirtschaftswachstum in den Emerging Markets weiterhin über jenem der Industriestaaten liegen. Zusammen mit den globalen Einflüssen führe dies zu überdurchschnittlich großen Nachhaltigkeitsherausforderungen in den Schwellenländern, so Mettler. Entsprechend sei die Dringlichkeit von aktiven und nachhaltigen Lösungen beispielsweise in den Bereichen Erneuerbare Energie, Stromnetzwerken, Batterien, aber auch bezüglich finanzieller Inklusion von enormer Bedeutung. (DFPA/JF1)

Swisscanto mit Sitz in Zürich ist ein Fondsdienstleister im Verbund der Zürcher Kantonalbank. Unter der Marke „Swisscanto Invest“ bietet die Unternehmensgruppe Produkte und Dienstleistungen im Anlage- und Vorsorgebereich für private und institutionelle Anleger an und verwaltet ein Vermögen von rund 217 Milliarden Schweizer Franken in Fonds unter Schweizer und Luxemburger Recht.

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