Immobilieninvestments mit sozialem Nutzen – Zukunftspotenzial „Pflegeimmobilie”

Die Immobilienwirtschaft hat wie keine andere Branche das Potenzial und die Verantwortung, zur Lösung sozialer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Probleme beizutragen. Die typischen Kriterien der Geldanlage gelten dabei trotzdem.

 Eine Investmentklasse, die heute immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht, sind wirkungsorientierte Vermögensanlagen. Diese ermöglichen es Anlegern nicht nur attraktive Renditen zu erzielen, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen. Dabei ist wirkungsorientiertes Investieren in den unterschiedlichsten Anlageformen möglich – von der unternehmerischen Direktbeteiligung, über Aktien bis hin zu Investitionen in Immobilienanlagen. Im Immobiliensektor bieten Pflegeimmobilien eine vielversprechende Anlagekategorie. Anleger haben die Möglichkeit, sich über Vermögensanlagen an der Wertschöpfung bei der Errichtung von Pflegeimmobilien zu beteiligen. Diese Anlageform bietet zwei wesentliche Vorteile: Erstens ermöglicht sie eine notwendige Diversifikation des Portfolios auch mit geringen Geldbeträgen und zweitens deckt sie den steigenden Bedarf an seniorengerechten Wohn- und Pflegeeinrichtungen ab. Dies ist besonders bedeutsam, da Immobilieninvestitionen neben der sozialen Komponente auch auf finanzielle Attraktivität und Werterhalt abzielen, ähnlich wie bei anderen wirkungsorientierten Investitionen.

Pflegeimmobilien als Kapitalanlage: Rentabilität, Sicherheit und Liquidität

Pflegeimmobilien, also Immobilien, die zur Unterbringung und Pflege von älteren oder hilfsbedürftigen Menschen genutzt werden, haben ein erhebliches Zukunftspotenzial. Risiken liegen vor allem bei der Zuverlässigkeit und Erfahrung des Betreibers und der Veränderung in der Regulatorik, die im Vertragsrecht beim Bund und bei den Anforderungen bei den Ländern liegt. Darüber hinaus sind die Potenziale von Pflegeimmobilien als Anlageklasse zahlreich und vielfältig:

  • Demografische Entwicklung: In vielen entwickelten Ländern, darunter Deutschland, ist ein deutlicher Alterungsprozess der Bevölkerung zu erkennen. Die über 65-Jährigen werden in den nächsten zehn Jahren die mit Abstand am stärksten zunehmende Bevölkerungsgruppe des Landes stellen. Das führt zu einer steigenden Nachfrage nach Pflegeeinrichtungen und damit nach geeigneten Pflegeimmobilien.
  • Stabiler Cashflow: Pflegeimmobilien können einen stabilen Cashflow für Anleger generieren. Es gibt eine konstante Nachfrage nach Pflegeplätzen, unabhängig von der Wirtschaftslage. Die Mieten für Pflegeimmobilien sind oftmals langfristig gesichert, das verringert das Risiko.
  • Soziale Rendite: Pflegeimmobilien sind nicht nur aus finanzieller Sicht eine interessante Kapitalanlage. Sie haben auch einen hohen sozialen Nutzen. Investitionen in solche Immobilien tragen dazu bei, älteren und hilfsbedürftigen Menschen ein würdiges Leben zu ermöglichen, kommen der Gesundheit und dem Wohlergehen der Bewohner zugute und bieten Familien und der Gemeinschaft vor Ort allgemeine Vorteile (z. B. Entlastung pflegender Angehöriger sowie lokaler Gesundheits- und Sozialdienste). Sie können zudem dazu beitragen, die Qualität und Verfügbarkeit von Pflegediensten zu verbessern.
  • Mangel an hochwertigen Pflegeimmobilien: Die ältere Generation ist zunehmend an Wohnverhältnissen interessiert, die ihren Lebensbedingungen entsprechen. Der Markt für hochwertige Pflegeimmobilien ist grundlegend unterversorgt. Dieser erhebliche Mangel in vielen Ländern bietet Anlegern die Möglichkeit, Wert zu schaffen, indem sie in den Bau oder die Renovierung von Pflegeimmobilien investieren und so das Angebot verbessern.
  • Diversifikation des Portfolios: Für Anleger*innen, die nach Möglichkeiten zur Diversifikation ihrer Portfolios suchen, können Pflegeimmobilien eine gute Wahl sein. Sie weisen andere Risikoprofile und Renditeerwartungen auf als andere Immobilienarten und können daher zur Streuung eines Immobilienportfolios beitragen.

Darauf kommt es bei der Auswahl von Investments in Pflegeimmobilien an

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in Pflegeimmobilien zu investieren. Das kann zum Beispiel im Rahmen eines geschlossenen Fonds sein, über den Kauf von Pflegeappartements oder auch über Investitionen in die Finanzierung von Pflegeimmobilienprojekten über Crowdinvesting oder Club Deals. Bei der Objektauswahl der beiden letztgenannten Anlageformen selbst ist wichtig, dass Anleger sich die Konzepte der Projektentwickler genau anschauen, um eine fundierte Anlageentscheidung treffen zu können. Gute Projekte haben beispielsweise einen nicht zu knappen finanziellen Puffer, um eventuelle Verzögerungen, steigende Baukosten oder sinkende Verkaufspreise abfangen zu können. Der Verkauf der Pflegeimmobilie oder der einzelnen Einheiten sollte schon durch einzelne Verkäufer belegt sein oder es sollte zumindest ein Vorvertrag über die gesamte Veräußerung vorliegen. Anleger*innen sollten zudem auf Projektentwickler mit langjähriger erfolgreicher Erfahrung sowie auf hohe Transparenz bei allen relevanten Angaben zur Projektdurchführung setzen.

Fazit: Der Anlagemarkt für Pflegeimmobilien ist unter anderem aufgrund der demografischen Entwicklung und des Mangels an qualitativ hochwertigen Liegenschaften sehr vielversprechend. Investitionen in diesem Bereich können dabei nicht nur attraktive Renditen erzielen, sondern auch einen positiven sozialen Beitrag leisten. Nichtsdestotrotz heißt es, den Markt genau zu prüfen und Anlagegeld auch über verschiedene Pflegeimmobilien zu streuen. Mit Crowdinvestments oder Club Deals gelingt dies besonders gut, da – auch mit kleinen Beträgen – in unterschiedliche Finanzierungsprojekte investiert werden kann.

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