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Investmentkompetenz: „Checker“ investieren nachhaltig

50 Prozent der Menschen würden sich gern mehr für Nachhaltigkeit einsetzen. Aber nur fünf Prozent denken bei Geldanlagen an Nachhaltigkeit, obwohl die Wirkung hoch wäre. 57 Prozent geben an, dass ihr Wissen zu nachhaltigen Anlagen gering ist. Informierte Personen entscheiden sich zu 42 Prozent für nachhaltige Geldanlagen.

„Je höher das Finanzwissen, desto eher entscheiden sich die Menschen für Nachhaltigkeit“, sagt Jörg Arnold, CEO beim Versicherungs- und Vorsorgekonzern Swiss Life Deutschland. Für die Mehrheit in Deutschland ist Nachhaltigkeit wichtig. Wenn es aber darum geht, auch Geld ESG-konform für das Alter anzulegen, zeigt sich ein anderes Bild: Nur fünf Prozent bringen Finanzen spontan mit Nachhaltigkeit in Verbindung. Wer jedoch generell über ein höheres Finanzwissen verfügt, entscheidet sich häufig auch für nachhaltige Geldanlagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des auf Lebensversicherungen und Finanzberatung spezialisierten Unternehmens.

Menschen in Deutschland setzen in puncto Nachhaltigkeit noch nicht auf die Wirkung ihrer Finanzanlagen

Wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht, dann spricht die Bevölkerung in Deutschland nicht über Geld oder Altersvorsorge. Wenn doch, sind es zumeist die jungen Menschen: Neun Prozent der unter 34-Jährigen beschäftigen sich auch in Finanzfragen mit Nachhaltigkeit. Den größten Einfluss auf eine nachhaltige Zukunft sehen die Menschen in der Vermeidung von Plastik (60 %), der Anpassung des eigenen Konsumverhaltens (50 %) und in Infrastrukturprojekten (47 %). Nur 18 Prozent nennen in dem Zusammenhang nachhaltige Geldanlagen – die Hälfte der Menschen in Deutschland schätzt ihre Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung eher gering ein.

Aber: Ein gänzlich anderes Bild zeichnet sich ab, sobald Menschen informiert sind und über ein großes Finanzwissen im Bereich Nachhaltigkeit verfügen: 44 Prozent der Personen mit fundierten Kenntnissen schätzen die Wirkung von nachhaltigen Anlagen eher hoch ein. Gleichwohl sind diese aber noch in der Minderheit, denn 57 Prozent schätzen ihr Wissen im Bereich nachhaltiger Finanzprodukte als gering ein und jede zweite Person findet diese auch kompliziert. Dazu Jörg Arnold: „Finanzen und Altersvorsorge sind für viele Menschen schwer zugänglich und nachhaltige Geldanlagen erhöhen diese Komplexität. Umso wichtiger sind eine umfassende Beratung und Aufklärung.“

Wer sich informiert und aufgeklärt ist, entscheidet sich für nachhaltige Lösungen

Personen, die sich bereits zu nachhaltigen Geldanlagen informiert haben (24 %), beurteilen die Wirkung nachhaltiger Geldanlagen deutlich positiver: 42 Prozent bewerten den Einfluss nachhaltiger Anlagen hoch und entscheiden sich dann auch für ein ESG-konformes Investment. Die Hälfte von ihnen würde eine nachhaltige Geldanlage abschließen, wenn sie aktiv darauf angesprochen wird und 65 % wünschen sich deshalb auch eine Beratung zum Thema. „Nachhaltigkeit ist kein Selbstläufer. Erst wenn Menschen von Fachleuten über die Möglichkeiten und Optionen informiert werden, entsteht echtes Interesse. Die Finanzberatung ist damit ein wichtiger Hebel, Nachhaltigkeit in die Gesellschaft zu tragen“, sagt Jörg Arnold. Neben der Beratung ist unter allen Befragten der Wunsch nach verständlichem Informationsmaterial (40 %) und einheitlichen Standards (35 %) groß. Ein Schulfach Finanzen wünschen sich dabei mit 29 Prozent vor allem die jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, beinahe doppelt so viele wie die gesamte Bevölkerung in Deutschland.

Selbstbestimmte Produktwahl: Persönliche Wünsche sollen Berücksichtigung finden

Wenn es um Nachhaltigkeit bei Finanzprodukten geht, ist den Befragten vor allem wichtig, dass eigene Vorstellungen und Wünsche berücksichtigt werden. Dann würden sich mehr als 50 Prozent für die nachhaltige Variante entscheiden. Bei den unter 25-Jährigen sind es sogar 65 Prozent. Und: Mehr als die Hälfte möchte selbstbestimmt über die Zusammensetzung der Geldanlage entscheiden. Besonders wichtig ist den Menschen dabei die Förderung von Klima- und Umweltschutz (41 %), der Ausschluss kontroverser Unternehmen oder Staaten (28 %) und die Investition in Zukunftsbranchen (17 %). Über die jeweilige Wirkung möchten die Befragten transparent aufgeklärt werden, dann entscheiden sich 56 % auch für nachhaltige Produkte. Bei den unter 25-Jährigen sind es sogar knapp 70 Prozent.

Mit nachhaltigen Finanzanlagen können wünschenswerte Projekte unterstützt werden

Nachhaltige Finanzprodukte können eine bequeme Option sein, Nachhaltigkeit zu fördern und gleichzeitig Renditen zu erzielen. Gezielte Investitionen und Geldanlagen fördern genau die Branchen, von denen die Befragten einen großen Einfluss auf eine nachhaltige Zukunft erwarten, wie zum Beispiel nachhaltige Infrastrukturprojekte (47 %) oder die Schaffung von energieeffizientem Wohnraum (39 %). „Nachhaltigkeit bedeutet also nicht immer zwingend Verzicht, sondern vielmehr ein Umdenken. In nachhaltigen Finanzanlagen und auf Nachhaltigkeit ausgerichteter Beratung liegen Potenziale für die dringend notwendige Transformation der Gesellschaft“, so Swiss Life-Chef Jörg Arnold.

Ein Argument, das vor allem die Menschen erreichen kann, die angeben, dass sie aufgrund fehlender Zeit (17 %), Verzichtsängsten, Bequemlichkeit oder alten Gewohnheiten (jeweils 13 %) in ihrem persönlichen Engagement gebremst werden. Fest steht nämlich: Jede zweite Person wäre gern engagierter im Bereich Nachhaltigkeit.

Die verwendeten Daten beruhen auf einer durch Swiss Life Deutschland beauftragten Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2.139 Personen im Mai 2022 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.