Ohne S kein ESG – Soziales Engagement mit Rendite

Steigende Lebensmittelerhaltungskosten, Lieferengpässe, die den Nachholbedarf nach der Pandemie einschränken, und Arbeitskräftemangel – genug Gründe, damit ESG-orientierte Anleger soziale neben den klimatischen Aspekten verstärkt in den Mittelpunkt ihrer Investitionen rücken. Die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit sind nicht von der Hand zu weisen und schlussendlich ist das eine Ziel ohne das andere nicht erreichbar. Warum?

Der Klimawandel dürfte zu einer massiven Verschärfung sozialer Probleme gerade in den ärmeren Ländern der Welt führen, die von der Erderwärmung und ihren Folgeerscheinungen besonders stark betroffen sind. Außerdem sind soziale Gerechtigkeit und Wohlstand eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Menschen überhaupt ökologisch nachhaltig handeln können. Wer sich Sorgen darüber machen muss, wie er seine Familie ernährt, für den ist Nachhaltigkeit von nachrangiger Bedeutung. Denn Nachhaltigkeit braucht Wohlstand.

Mit der Allokation von Kapital lässt sich ein Wirkungsbeitrag leisten

Hier setzt der Impact Investor Invest in Visions an und ermöglicht seinen Investoren neben der finanziellen auch eine soziale Rendite. Mit der Allokation von Kapital lässt sich ein hervorragender Wirkungsbeitrag leisten. Hier ist der Privatmarkt in einer privilegierten Position, da das Kapital direkt vom Investor an das Unternehmen bzw. das Mikrofinanzinstitut fließt. Über den Sekundärmarkthandel an der Börse ist ein Wirkungsbeitrag hingegen kaum zu erbringen, da kein neues Kapital allokiert wird, sondern eine Aktie lediglich den/die Besitzer:in wechselt.

Eine der ältesten Formen von Impact Investments mit Wirkungsbeitrag, die bis in die 1970er Jahre zurückreicht, ist die Vergabe von Mikrokrediten in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Mittlerweile ist Mikrofinanz eine fest etablierte Anlageklasse. Mikrofinanz beziehungsweise der Zugang zu Finanzdienstleistungen wird von den Vereinten Nationen als Beitrag zu verschiedenen nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs) anerkannt. Tatsächlich haben es Mikrounternehmen, ebenso wie SME (Small and Medium Enterprises), die zusammen mehr als 90 Prozent aller Unternehmen stellen, in den Entwicklungs- und Schwellenländern oft schwer, an Kapital zu gelangen. Damit wird ihr enormes Potenzial, das S in ESG zu unterstützen, indem sie Arbeitsplätze schaffen, das Wirtschaftswachstum fördern und damit auch Ungleichheiten abbauen, stark einschränkt.

Refinanzierung von Mikrofinanzinstituten in den Entwicklungs- und Schwellenländern

Über Mikrofinanzfonds wie den IIV Mikrofinanzfonds, der 2011 als erster in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassene Mikrofinanzfonds aufgelegt wurde, werden Mikrofinanzinstitute in den Entwicklungs- und Schwellenländern refinanziert, die Kleinstkredite an ihre Kunden:innen vergeben. Bei diesen handelt es sich um einkommensschwache Menschen, die keine ausreichenden Sicherheiten bieten können, um Darlehen von traditionellen Finanzinstituten zu erhalten. 1,7 Milliarden Menschen sind Schätzungen zufolge in den Emerging Markets von Finanzdienstleistungen ausgeschlossen. Die Mikrokredite werden mehrheitlich für die Aufnahme beziehungsweise Ausübung gewerblicher Tätigkeiten vergeben, mit denen die Darlehensnehmern sich eine Existenz aufbauen beziehungsweise sichern können, um beispielsweise ihre Kinder zur Schule schicken und dafür die Kosten tragen zu können. Bildung ist ein Schlüssel zum Erreichen vieler Menschenrechte und ein zentrales Element für die Entfaltung der Persönlichkeit wie auch für die ökonomische Entwicklung von Einzelpersonen und sogar ganzen Ländern. Sie wirkt sich nicht nur auf den allgemeinen Wohlstand, sondern auch positiv auf die Gesundheit der Menschen aus, trägt zu einer besseren Stellung von Frauen bei und erhöht die Chancen auf politische Teilhabe.

Aber nicht nur Kleinstkredite sind wichtig. Über die direkte Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen mit zusätzlichem Kapitalbedarf oder über die Refinanzierung von Finanzinstituten, die Kredite an SME in den Emerging Markets vergeben, wird sich in den kommenden Jahren eine große soziale Wirkung im Sinne der SDGs erzielen lassen. SME schaffen Arbeitsplätze, was folglich zu mehr Wohlstand und Bildung und damit zu einer breiteren Mittelschicht führt. Sie sind damit eine wichtige Säule zur Stärkung des S bei ESG.

Disclaimer: Die enthaltenen Informationen stellen keine Anlageempfehlung oder sonstigen Rat dar. Die hier dargestellte Meinung ist die von Invest in Visions.

Autor:in

  • Seit 1994 ist Edda Schröder in der Asset Management Branche in unterschiedlichen Positionen tätig. Bei der Fondsgesellschaft Flemings (heute JP Morgan Asset Management) war sie erst als Country Head Österreich und später als Director Business Development für Europa zuständig. Danach verantwortete sie als Geschäftsführerin für Schroders Investment Management bis 2006 den Publikumsfondsvertrieb Deutschland und Österreich. Im September 2006 gründete Edda Schröder dann Invest in Visions. Das Unternehmen ist ein Finanzportfolioverwalter mit §32 KWG Lizenz und spezialisiert auf Konzepte und Produkte im Bereich Impact Finance. Einer der Kernbereiche dabei ist die Mikrofinanz. 2011 wurde der IIV Mikrofinanzfonds, der erste in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassene Mikrofinanzfonds aufgelegt.