Evergreen übernimmt Kundenstamm vom insolventen Rubarb

In einer beispiellosen Kooperation haben sich das insolvente Fintech Rubarb und der nachhaltige Vermögensverwalter und Digital Asset Manager Evergreen darauf geeinigt, Rubarb-Kunden einen kostenlosen Wechsel zu Evergreen anzubieten.

Da beide Fintechs denselben Depotanbieter nutzen, ist kein Depotübertrag notwendig. Der Wechsel soll über eine digitale Antragsstrecke erfolgen.

Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass Rubarb nur 19 Monate nach der ersten Finanzierungsrunde Insolvenz anmelden musste. Fast fünf Millionen Euro konnte das Fintech-Startup einsammeln, um eine Spar-App für Endverbraucher zu entwickeln und zu vermarkten. Gegen Ende sollte eine wenig nachhaltige Krypto-App folgen, die dann im aktuellen Funding-Umfeld und einsetzenden Krypto-Winter nicht mehr realisiert wurde – und möglicherweise zur überraschenden Pleite beitrug.

„Wir freuen uns, dass wir den Kundinnen und Kunden von Rubarb eine nachhaltige und unkomplizierte Möglichkeit bieten können, weiter für ihre Träume zu sparen. Viele Menschen investieren zum ersten Mal. Zu einem langfristig erfolgreichen Investment gehören Vertrauen und Geduld“, sagt Iven Kurz, Gründer und Geschäftsführer von Evergreen.

Nachhaltiger soll es nun für die Ex-Rubarb-Kunden bei Evergreen werden. Nach dem Wechsel zu Evergreen können sie die volle Funktionalität der Evergreen-Plattform nutzen, ihre Ersparnisse verwalten und neue „Pockets“ für nachhaltige Geldanlagen einrichten. Pockets sind informelle Unterdepots, die es den Nutzerinnen und Nutzern erlauben, auf konkrete Sparziele hinzuarbeiten. Eine ähnliche Funktionalität hatte auch Rubarb angeboten.

Es fallen bei Evergreen keine Depot-, Service- oder Transaktionsgebühren an. Es können verschiedene Sparpläne eingerichtet werden und das Geld kann jederzeit ausgezahlt werden. Es werden ausschließlich nachhaltige Fonds (gemäß Art. 8/9 nach EU-Offenlegungsverordnung) eingesetzt, die von Evergreen verwaltet werden.

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  • Clas Beese ist Gründer und Geschäftsführer der finletter und Fintech Week GmbH, die zu den Herausgebern von Zebra gehört. Seine gemeinsam mit Caro Beese geführte Firma steht unter anderem hinter dem Fintech-Newsletter finletter, dem Digitalmagazin GOLDILOCKS und der jährlichen Fintech Week, Deutschlands größter und vielseitigster Fintech-Veranstaltung. Zuvor arbeitete Clas an seiner eigenen Crowdlending-Plattform für KMUs, finmar, die er 2015 wieder einstellte. Der Gründungsprofi berät seit mehr als 15 Jahren Unternehmen, Verbände und Individuen bei Themen rund um Geschäftsmodelle und Zukunftsfähigkeit. Als Kenner der deutschen Fintech-Szene ist er ein gefragter Ansprechpartner in inhaltlichen Fragen und Sparringspartner für Produktentwicklungen.