„Impact-Ära”

„Impact-Ära”& Green IT : Sinnvolle Stellschrauben für Fintechs

In schnell wachsenden Tech-Unternehmen fallen Themen wie Nachhaltigkeit, Diversität und Inklusion schnell unter den Tisch. Dabei ist es gerade jetzt an der Zeit, dass Gründer sowie Management-Teams einen Schritt zurücktreten und sich die Frage stellen: Welche Möglichkeiten haben wir wirklich, um eine „Impact-Ära” zu schaffen?

Das gilt nicht nur für Unternehmen, die durch ihre physische Präsenz für Umweltbelastungen sorgen, sondern auch für alle anderen Dienstleister – auch dann, wenn sie „nur” eine digitale Lösung anbieten. Bei Qonto nennen wir diese Perspektive den Eintritt in die „Impact-Ära”. Wir wollen Unternehmen dazu inspirieren, gemeinsam einen positiven Wandel voranzutreiben. Das bedeutet: Jedes Unternehmen kann zu einem nachhaltigeren Planeten und einer gerechteren Gesellschaft beitragen – oder zumindest eine Vorreiterrolle einnehmen und andere Unternehmen dazu inspirieren, einen signifikanten, quantifizierbaren Einfluss zu nehmen.

 „Impact-Ära” und Fintechs :  Einfluss auf das Klima, Probleme bei der Vielfalt

Obwohl die Fintech-Branche weitestgehend auf physische Infrastruktur in Form von beispielsweise Bankfilialen verzichtet, trägt auch sie zu einer Belastung des Planeten bei. Es gibt viele Stellschrauben, an denen auch Fintechs drehen können: Remote-freundliche Arbeitsabläufe minimieren Arbeitswege, eine optimale Nutzung von Servern kann den CO2-Ausstoß reduzieren. Und jeder Finanzdienstleister sollte sich mit der Frage auseinandersetzen: Sind die Gelder der Kunden in Unternehmen investiert, die fossile Energie fördern?

Impact bedeutet jedoch mehr als „nur” der CO2-Ausstoß – es geht auch um die gesellschaftliche Wirkung. Der allgegenwärtige Mangel an Vielfalt in der Fintech-Branche ist ein plakatives Beispiel. Eine Deloitte-Studie ergab, dass 30 Prozent der Fintech-Beschäftigten weiblich und nur 17 Prozent der leitenden Positionen von Frauen besetzt sind. Eine Lösung: Unternehmen sollten die Aspekte Vielfalt, Gleichberechtigung und Integration (DE&I) nicht nur als administrative KPI betrachten.

Eine Analyse von McKinsey ergab, dass die Top 25 Prozent der Unternehmen im Bereich ethnische und kulturelle Vielfalt mit einer um 36 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit Gewinne ausweisen. Und selbst wenn das Verhältnis von Männern und Frauen im Unternehmen ausgeglichen ist, schneiden diese Unternehmen mit 21-prozentiger Wahrscheinlichkeit besser ab als ihre Konkurrenz.

Klare Ziele führen zu klaren Ergebnissen

Der Einstieg in eine Impact-Strategie ist entgegen der allgemeinen Erwartung relativ einfach. Nachhaltigkeit und DE&I müssen zu einer unternehmensweiten Priorität erklärt werden. Im nächsten Schritt sollte der Status quo bewertet werden, um dann klare und erreichbare Ziele zu formulieren. Im Anschluss werden diese in umsetzbare Pläne gegossen. Als Beispiel kann dieser Nachhaltigkeitsprozess dienen:

  • Überblick: Notwendig für die Impact-Strategie ist eine ganzheitliche Sicht. Bei Qonto haben wir für die Berechnungen unseres ökologischen Fußabdruckes nicht nur Emissionen gemessen, die direkt unserem Unternehmen zugeschrieben werden (Scope 1) – sondern auch indirekte Emissionen, die aus Quellen stammen, die nicht uns gehören oder von uns kontrolliert werden (Scope 2 und 3). Die meisten Unternehmen lassen sich bei der Berechnung ihres ökologischen Fußabdruckes von einem Partner wie Greenly, EcoAct oder Ecovadis unterstützen. Das Ergebnis ist ein Überblick über die Bereiche ihres Unternehmens, die die Umwelt am meisten belasten.
  • Planung und Vorgehen: Wir streben kontinuierliche Verbesserungen an und konnten so beispielsweise die Kohlenstoffemissionen für unsere Server von Amazon Web Services (AWS) um 20 Prozent reduzieren. Zusätzlich schauen wir uns fortwährend an, wo unsere Kundengelder liegen, und arbeiten daran, etwaige Verbindungen zu stark verschmutzenden Branchen wie fossilen Energieversorgern zu lösen. Die größte Herausforderung für Fintech-Unternehmen ist in dieser Hinsicht die Zusammenarbeit mit traditionellen Banken: Diese davon zu überzeugen, umweltfreundlicher zu investieren, ist zugegebenermaßen schwierig – aber eine notwendige Maßnahme.
  • Das Einfache zuerst: Es gibt viele Maßnahmen, die sofort und ohne langwierige Diskussionen mit Partnern umgesetzt werden können. Die Richtlinien für Geschäftsreisen sind eine gute Möglichkeit; beispielsweise ist es einfach zu entscheiden, nur noch wenige Reisen wie etwa zum Zwecke von Teambuildings oder der jährlichen Weihnachtsfeier zu unterstützen und alle anderen weitestgehend zu vermeiden. In Büros kann an der Beleuchtung, der Heizung oder der Kühlung CO2 eingespart werden. Etwas kreativer: Marketingkampagnen mit kürzeren Videos und geringerer Auflösung können den negativen Impact auf die Umwelt ebenfalls reduzieren.

„Impact Ära“ als Chance

Was wir als „Impact-Ära“ bezeichnen, ist eine Chance – wenn nicht sogar eine Voraussetzung – für zukünftigen Erfolg. Gründer und Management müssen das traditionelle binäre Denken vermeiden, wonach sie Wachstum gegen einen positiven Impact eintauschen müssen. Es ist kein Entweder-oder-Szenario. Fintechs können langfristig nur dann gewinnen, wenn sie solide ökologische und soziale Strategien einführen. Diese Maßnahmen bieten eine Reihe unmittelbarer Vorteile, die im gesamten Unternehmen sichtbar und spürbar sind. Im besten Fall führt eine Impact-Strategie nicht nur zu langfristigem Erfolg und einer stärkeren Marke, sondern auch zu einer Anziehungskraft für Top-Talente und einer noch positiveren Beziehung zu Stakeholdern und Kunden.