H2 Green Steel

H2 Green Steel: KfW IPEX-Bank beteiligt sich an Finanzierung

Die KfW IPEX-Bank beteiligt sich als Teil eines internationalen Bankenkonsortiums mit einem Kredit von 187,5 Millionen Euro an der Finanzierung eines Flachstahlwerks, das derzeit in Boden im nördlichen Schweden entsteht. Das Werk, das von H2 Green Steel errichtet wird, setzt ein Verfahren auf Basis selbstproduzierten grünen Wasserstoffs und Strom aus erneuerbaren Energien ein. Dabei wird Stahl mit bis zu 95 Prozent weniger Emissionen erzeugt als bei konventioneller Stahlproduktion.

Die Mittel dienen zum großen Teil der Finanzierung der Zulieferungen von SMS group, das bedeutende Teile der emissionsarmen Stahlwerkstechnik liefern wird, sowie von thyssenkrupp nucera, einem Anbieter von Elektrolyse-Technologie zur Erzeugung von grünem Wasserstoff – beides mit hohem Wertschöpfungsanteil aus Deutschland. Diese Teile der Finanzierung sind mit Deckungen der deutschen Exportkreditversicherung Euler Hermes versehen.

H2 Green Steel: Startup für Dekarbonisierung der Stahlindustrie

“Nachhaltige Produktion von Stahl spielt eine wichtige Rolle für die globale Dekarbonisierung.” sagt Dr. Velibor Marjanovic, Mitglied der Geschäftsführung der KfW IPEX-Bank. “Wir freuen uns, das junge schwedische Unternehmen H2 Green Steel bei diesem Leuchtturmprojekt mit der Finanzierung deutscher Spitzentechnologie unterstützen zu können, und untermauern damit unseren Anspruch, globale Projekte der Energiewende mithilfe des Exports europäischer Technologien weiter voranzutreiben.”

Die KfW IPEX-Bank hat das Projekt von Anfang an als Financial Advisor von H2 Green Steel beratend begleitet und im Rahmen der Finanzierung eine führende Rolle innerhalb des internationalen Bankenkonsortiums übernommen: So agiert sie als Euler Hermes Hermes Advisor, Covered Facility Agent und ECA Agent sowie als Riskgälden Advisor und Covered Facility Agent.

Bei Inbetriebnahme wird das Stahlwerk in der nun finanzierten ersten Phase eine Produktionskapazität von 2,5 MillionenTonnen pro Jahr haben. Bis zum Jahr 2030 soll in einer zweiten Phase eine Produktionskapazität von fünf Millionen  Tonnen pro Jahr erreicht werden. Im noch neuen Markt für grüne Stahlerzeugung ist dieses Projekt das erste mit dieser technologischen Konfiguration und in dieser Größenordnung.

Durch die fast vollständige Elektrifizierung der Stahlherstellung und des Walzprozesses in Verbindung mit Zugang zu kostengünstigem “grünem” Strom sowie der Eigenproduktion von grünem Wasserstoff erreicht das Werk im europäischen Vergleich relativ niedrige Produktionskosten. Gleichzeitig wird ein nur sehr geringer CO2-Ausstoß verursacht. So konnte das Unternehmen bereits mit zahlreichen namhaften Unternehmen vor allem aus der Automobilindustrie Abnahmeverträge schließen.

Die Stahlindustrie zählt mit einem Anteil von acht Prozent an den weltweiten und 25 Prozent an den europäischen CO2 Emissionen zu einem der größten CO2 Emittenten. Das Projekt gehört damit zu den Vorreitern der Dekarbonisierung in der Stahlindustrie.

H2 Green Steel (H2GS AB) wurde 2020 mit dem Ziel gegründet, die Dekarbonisierung der Stahlindustrie durch den Einsatz von grünem Wasserstoff zu beschleunigen. Die Stahlindustrie, die zu den größten Kohlendioxid-Emittenten der Welt gehört, ist der erste Geschäftsbereich des Unternehmens. Der Gründer und größte Anteilseigner von H2 Green Steel ist Vargas, der auch Mitbegründer und einer der größten Anteilseigner des schwedischen Batterieherstellers Northvolt ist. Der Hauptsitz von H2 Green Steel befindet sich in Stockholm, Schweden, und das erste Werk für grünen Stahl wird derzeit in Boden, Nordschweden, errichtet.

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