Greenwashing: Balanceakt von ESG und Datenintegrität

ESG-Fonds sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden, was zu Problemen mit „Greenwashing“ geführt hat. Wenn von Greenwashing bei einem Fonds die Rede ist, ist gemeint, dass ein Fond als nachhaltiger bezeichnet wird als er in Wirklichkeit ist. CFOs sehen sich einem zunehmenden Druck seitens der Unternehmensführung ausgesetzt, ESG-Best Practices zu übernehmen und die Bedeutung eines genauen und konsistenten Reportings stärker in den Vordergrund zu stellen. Tim van Baars von Precisely kommentiert:

Laut einer aktuellen Studievon Quilter, einem britischen Vermögensverwaltungsdienst, sind 44 Prozent der Anleger besorgt, wenn es um ESG-Investitionen geht, da diese nicht das sind, was sie versprechen.

Um dem Vorwurf des Greenwashing zu entgehen, müssen die Unternehmen ihr Reporting mit zuverlässigen und konsistenten Daten durchführen, um die Legitimität der Nachhaltigkeitsaussagen zu untermauern. Wenn man sich diese neue Herausforderung für das ESG-Reporting ansieht, kommt man nicht umhin, festzustellen: Der wichtigste Faktor für die erfolgreiche Einhaltung von ESG-Standards sind Daten. Data Governance wird eine bedeutende Rolle dabei spielen, sicherzustellen, dass ESG-Kennzahlen vertrauenswürdig sind.

Data Governance ist entscheidend für die Einhaltung von Vorschriften

Sichtbarkeit und Einsicht in die Daten ermöglichen es, die damit verbundenen Risiken zu verringern. Mit Datenschutzgesetzen wie der DSGVO und Gesetzen wie dem LkSG (Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz) hilft die Governance Organisationen dabei, Einverständniserklärungen, eine rechtskonforme Datennutzung, Anfragen zu den Rechten von Kunden oder Usern, den Standort personenbezogener Daten und die Datenherkunft zu verfolgen, um die Einhaltung der Datenschutzgesetze in verschiedenen Staaten und Ländern sicherzustellen. Sie ist für mehrere Geschäftsbereiche von entscheidender Bedeutung – Vertrieb, Marketing, Kundendienst, Finanzen, Personalwesen, Beschaffung und mehr.

Nahezu jedes große Unternehmen verfügt bereits über eine Dateninfrastruktur und die Verantwortlichen beginnen jetzt darüber nachzudenken, wie sie mithilfe der bestehenden Infrastruktur ESG-relevante Einblicke samt entsprechender Berichte erstellen können. Leider werden sie am Ende feststellen, dass ihre Infrastruktur den umfangreichen Anforderungen an das Reporting, die in Zukunft an ihr Unternehmen gestellt werden, nicht wirklich gewachsen ist.

Der beste Test dafür ist die Art und Weise, wie ein Unternehmen derzeit mit seinen Daten umgeht, um wertvolle Geschäftseinblicke zu gewinnen. Wenn es einem Unternehmen bereits an Genauigkeit, Konsistenz und Kontext innerhalb seiner eigenen Daten mangelt, wird es unglaublich schwierig sein, die ESG-Anforderungen richtig umzusetzen. Wenn ein Unternehmen nicht bereits in die Integrität seiner Daten investiert, ist es bereits im Verzug. Außerdem werden neue und sich entwickelnde ESG-Vorschriften diese Lücke nur noch vergrößern.

Die meisten Unternehmen müssen ihre Datensätze mit Daten von Drittanbietern anreichern und darüber hinaus sollen sie Annahmen treffen, obwohl keine detaillierten Informationen verfügbar sind. Ohne die grundlegende Basis integrer Daten werden Unternehmen Schwierigkeiten haben, ein glaubwürdiges und den Regularien entsprechendes ESG-Programm aufzubauen.“