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Berufseinsteiger: Wertschöpfung durch Finanzkompetenz

Der aktuelle Berufsbildungsbericht 2023 zeigt, dass 2021 die Abbrecherquote für Ausbildungen in Deutschland bei 26,7 Prozent lag. Ein Desaster für die Unternehmen, die in Recruiting und Onboarding viel Geld und Ressourcen investieren. Was können Unternehmen tun, damit die Motivation bei Einsteigern lebendig bleibt? Finanzkompetenz und Finanzwissen kann dazu beitragen.

Im Grunde geht es immer nur um’s Geld. Und wenn es auch zunächst banal klingt und es uns nicht immer direkt bewusst ist: Jede Entscheidung, die wir im Leben treffen, hängt mit Geld zusammen. Genau diesen Zusammenhang müssen wir jungen Berufseinsteigern vermitteln.

Ausbildungsbetriebe übernehmen Verantwortung

Unternehmen erfüllen eine wichtige Schlüsselfunktion in diesem Lernprozess. Dabei nehmen sie die Expertise von „neutralen“ Geldtrainern in Anspruch, die junge Menschen zu Themen rund um Finanzwissen sowie Finanz- und Wertschöpfungskompetenz begleiten. Alle Beteiligten sind davon überzeugt, dass sich Wissen um Werte und Wertschöpfung nicht nur auf die eigene Motivation, Gesundheit und Haltung, sondern damit auch auf die Beziehung zum Arbeitgeber auswirkt.

Die Generation der neuen Beschäftigten ist in den Unternehmen längst angekommen. Manchmal entsteht der Eindruck, dass Auszubildende und langjährige Mitarbeitende noch nicht so richtig wissen, wie sie miteinander kommunizieren sollen. Viele junge Menschen sehen und leben das Thema „Werte“ bereits ganz neu und die Unternehmen wissen dieses neue Bewusstsein noch nicht richtig zu nutzen – ein Transformationsprozess, der begleitet werden muss.

Für alle Player Brücken bauen

Der Eintritt in die Arbeitswelt ist in den meisten Fällen damit verbunden, dauerhaft sein eigenes Geld zu verdienen. Beispielsweise Tamara Molitor, Leiterin Personalentwicklung der Würth Gruppe in Baden-Württemberg, stellt  immer wieder fest, dass viele junge Menschen wenig über Geld, Sparanlagen und wirtschaftliche Zusammenhänge wissen.

Diese Lücke will das Unternehmen mit Trainings und Workshops über die komplette Ausbildungszeit schließen und so dazu beitragen, die Entwicklung der Finanzkompetenz der jungen Mitarbeitenden zu fördern. Sie möchten damit finanzielle Unsicherheit reduzieren und das Wohlbefinden des Unternehmensnachwuchses dauerhaft steigern. Ein gutes Verständnis für Finanzen trüge dazu bei, finanziellen Stress zu reduzieren und die psychische Gesundheit zu fördern, so die Personal-Expertin.

Und die Personalmanagerin kennt noch einen weiteren Aspekt, warum die Investition in die Workshops so wichtig ist: Sie ist sich sicher, dass die Mitarbeiterbindung auf diesem Weg nachhaltig gefördert wird. Mitarbeitende in Unternehmen, die sich um ihre finanzielle Bildung kümmern, empfinden eine höhere Wertschätzung und Loyalität, so ihre Erfahrung. Sie ist davon überzeugt, dass Mitarbeiter, die den verantwortlichen Umgang mit Geld gelernt haben, auch verantwortungsvoller mit dem Betriebsvermögen und den Ressourcen im Unternehmen umgehen.

In sich selbst investieren

Die jungen Berufseinsteiger gehen diesen Weg begeistert mit. Manchmal gibt es zu Beginn Unsicherheit, die Teilnehmenden in den Workshops erkennen aber schnell, worum es geht. Finanzielle Bildung ist eine wichtige Lebenskompetenz, die Menschen befähigt, ihre Zukunft zu gestalten und die Risiken und Herausforderungen des modernen Lebens besser zu bewältigen.

Häufig höre ich von den Auszubildenden und dualen Studenten, dass sich mit den Workshops ihre Einstellung zu Geld sehr verändert habe. Aber auch die Haltung ändert sich – Geld rückt stärker ins Bewusstsein. Aus Motiven wird eine starke Motivation. Nach diesen Motiven muss man aktiv suchen. Die Erkenntnis: Wissen allein reicht nicht aus. Es geht darum, es in der Praxis erfolgreich einzusetzen. Das zeichnet Kompetenz aus. Die Erkenntnis kann somit auch sein: „Ich bin glücklich, meine ganz eigene Form des Reichtums zu schaffen, und der muss nicht immer Mainstream sein.“

Autor

  • Sabine Krusch

    Sabine Krusch ist Gründerin und Geschäftsführerin des Instituts für Geldkultur in der Nähe von St. Gallen. Das Unternehmen forscht, analysiert, lehrt und informiert rund um den Umgang mit Geld, Finanzwissen, Finanzkompetenz und Wertschöp-fung. Dabei sind der Autorin die Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft wich-tig. Die Finanzexpertin gründete 2013 das Institut für Geldkultur und konzentriert sich seitdem sie sich auf Vermittlung von emotionaler und rationaler Finanzkompetenz für Mitarbeitende in Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Parallel dazu entwickelte sie die ersten Geldworkshops für Auszubildende, Duale Studenten, für Frauen in Führungspositionen und Unternehmerinnen.

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